Radikalisierung im Geiste des Nationalen, oder: wie aus einem Anti-Revolutionär ein Reaktionär wurde. Zu Ingo Schulzes "Die rechtschaffenen Mörder" (2020)

Dominika Anna Gortych

Im Beitrag Radikalisierung im Geiste des Nationalen, oder: wie aus einem Anti-Revolutionär ein Reaktionär wurde. Zu Ingo Schulzes Die rechtschaffenen Mörder (2020) wird der Versuch unternommen, das Brexit-Phänomen in den allgemeineuropäischen Kontext der Kristallisation von populistischen und nationalistischen Bewegungen im Europa des 21. Jahrhunderts sowie der krisenbedingten Radikalisierung der heutigen Gesellschaften einzuordnen. Im Vordergrund der Überlegungen steht zwar die schmerzhafte Erfahrung der deutschen Teilung und der ebenso problematische Prozess der Wiedervereinigung nach 1990. Doch die Platzierung der Analyse dieses Phänomens im Rahmen einer kulturwissenschaftlich orientierten Literaturwissenschaft lässt zu, die universellen Kategorien für seine Beschreibung wenigstens ansatzweise herauszuarbeiten. Gemeint sind u.a. das Gefühl der Deprivation und der Orientierungslosigkeit, die Herausbildung einer negativen Vorstellung des Fremden als Folge von Angst vor dem Identitätsverlust sowie die Anfälligkeit für den Populismus.

1014746/por.2021.3.17
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